Das Design löst das Problem der freiliegenden und unästhetischen Radarsensoren.

Indian arbeitet seit fünf Jahren diskret an der Einführung der radarbasierten adaptiven Geschwindigkeitsregelung, doch während die Konkurrenz bereits ähnliche Systeme auf den Markt gebracht hat, ist die amerikanische Marke noch nicht mit ihrer Version bei den Händlern. Warum nicht? Das mag weniger an technischen als an ästhetischen Gründen liegen: Das Styling ist entscheidend für den Erfolg von Cruisern, und das Anbringen eines unästhetischen Radarsensors an der Front schreckt die Kunden garantiert ab.
Nun hat Indian einen Patentantrag eingereicht, der darauf hindeutet, dass sie dieses Problem gelöst haben, indem sie einen neuen Scheinwerfer entwickelt haben, der anstelle der bestehenden Einheit in ihren neuesten Chieftain-, Challenger-, Pursuit- und Roadmaster-Modellen eingesetzt wird, aber einen Radarsensor hinter der Linse integriert. Das ist ein logischer Schritt: Moderne LED-Technologie bedeutet, dass Lichter kleiner denn je sein und in einer Vielzahl von Formen gefertigt werden können, aber der traditionelle Cruiser-Stil erfordert immer noch eine große, runde Lampe. Kombiniert man diese Entwicklung mit der Tatsache, dass auch Radarsensoren immer kleiner werden, so lässt sich leicht erkennen, wie der Freiraum hinter der Scheinwerferlinse zu einem nützlichen Platz für das Radar werden könnte.
Radarwellen können Glas oder Kunststoff, wie sie für eine Scheinwerferlinse verwendet werden, passieren, solange keine metallisierte Beschichtung vorhanden ist, und die Hauptanforderung an die Art von Radarsensoren, die für adaptive Geschwindigkeitsregelung und kollisionsmindernde automatische Bremssysteme verwendet werden, ist, dass, wenn sie hinter einer Karosserie positioniert sind, diese glatt und nahezu vertikal sein muss, um sicherzustellen, dass sie die ausgesendeten Radarwellen und die empfangenen Echos zur Überwachung des Abstands zu vorausliegenden Objekten nicht stört. Das bedeutet, dass ein großer, flacher Scheinwerfer für diese Aufgabe nahezu ideal ist.

Das Patent von Indian zeigt die neue Scheinwerfereinheit, die sich in dem zu befinden scheint, was der Bug einer Chieftain ist, komplett mit den gleichen unverwechselbaren Tagfahrleuchten, die die Hauptleuchte flankieren, und einer leicht verdeckten Scheinwerferöffnung in der Verkleidung. Der Scheinwerfer behält zwar die gleiche Gesamtgröße und runde Form des bestehenden Designs bei, ist aber in zwei Teile unterteilt, wobei ein größerer oberer Abschnitt und ein kleinerer unterer Abschnitt in ihn eingefügt sind. Das obere Element, jetzt in einer Halbmondform, beherbergt den LED-Scheinwerfer selbst. Es werden uns keine Details zum Reflektor oder zur LED-Anordnung gegeben, aber er muss sowohl die Fernlicht- als auch die Abblendlichteinheiten enthalten, da der kleinere untere Abschnitt nun den Radarsensor beherbergt. Unter der Nummer "110" in den Zeichnungen ist die Radareinheit das übliche rechteckige Design, das bei anderen radarausgestatteten Motorrädern zu sehen ist, lediglich neu positioniert, um sich innerhalb der Lichteinheit zu befinden. Im Vergleich dazu sind Konkurrenten wie die BMW R 18 Transcontinental und Bagger bereits mit einer Frontradaroption erhältlich, die einen ähnlichen Sensor verwenden, diesen aber in einer unästhetischen Kapsel über dem Scheinwerfer montieren.

Für 2025 hat Indian Radar in mehreren ihrer Modelle eingeführt, aber nur nach hinten gerichtete Einheiten, die für die Überwachung des toten Winkels und Heckkollisionswarnungen verwendet werden. Die Patente des Unternehmens für nach vorne gerichtetes Radar reichen jedoch mindestens fünf Jahre zurück und zeigen, dass Indian nicht nur an einer einfachen adaptiven Geschwindigkeitsregelung arbeitet, sondern auch an komplexeren Varianten, die es Motorrädern ermöglichen sollen, in gestaffelten Gruppen zu fahren, ohne unnötige Warnungen auszulösen, indem Radar mit Kameras kombiniert wird, um die Position des Motorrads innerhalb seiner Spur zu überwachen.

Zunehmend kombinieren Motorradhersteller die radargestützte Geschwindigkeitsregelung mit der neuen Generation von halbautomatischen Getrieben, sodass Motorräder mit Geschwindigkeitsregelung in einem breiteren Geschwindigkeitsbereich betrieben werden können, wobei sie bei Bedarf selbst schalten, während sie automatisch beschleunigen und abbremsen, um mit dem Verkehrsfluss Schritt zu halten. Einige, insbesondere das neueste KTM-System, können sogar vollständig anhalten und ohne Eingreifen des Fahrers wieder anfahren. Indian hat noch kein solches automatisiertes Getriebe, aber es ist ein logischer nächster Schritt, sobald das Frontradarsystem einsatzbereit ist.
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